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01.05.2026

Neuausrichtung: Chemiepark GENDORF wird zum Motor für Deeptech-Startups

Der Chemiepark GENDORF setzt auf Wandel: Im Beisein des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger kündigte Standortbetreiber InfraServ Gendorf an, den traditionsreichen Chemiestandort gezielt für industrielle Deeptech-Startups und Scaleups zu öffnen. Mit einem maßgeschneiderten Infrastruktur- und Serviceangebot für Startups soll Bayerns größter Chemiepark zum Hub für Zukunftsindustrien in Bayern werden, ohne seine industrielle Substanz aufzugeben.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Mitte) gab den Startschuss für das "Home of Bavarian Deeptech" zusammen mit (v.l.) Dominik Gschwendtner (Geschäftsleiter InfraServ Gendorf), Sarah Fleischer (Co-Founder tozero), Dr. Ksenija Neumann (Co-Founder tozero), Martin Huber, MdL, und Dr. Christoph von Reden (Vors. Geschäftsleiter InfraServ Gendorf). Foto: Tom Bauer.

Das Münchener Deeptech-Startup tozero plant in Gendorf das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien, Scaleup PRUVIA aus Fürth will Europas größte Anlage für thermochemisches Recycling errichten – geht es nach Standortbetreiber InfraServ Gendorf, sollen bald weitere solcher Unternehmen folgen. Unter dem neuen Motto „Home of Bavarian Deeptech – Where bold ideas find the power to scale“ wirbt InfraServ Gendorf gezielt um Startups und Scaleups, die mit hochinnovativen Technologien ganze Branchen verändern und die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit angehen – beispielsweise in Branchen wie Kreislaufwirtschaft, Biotechnologie oder biogene Grundstoffe. Dafür stellt der Standortbetreiber eine speziell zugeschnittene Infrastruktur sowie umfassende Dienstleistungen bereit.

Startup-Launchpad für den Sprung in die Industrie

Vor über 90 geladenen Gästen aus Politik, Industrie und Verbänden – darunter der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, sowie Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer und Landtagsabgeordneter Martin Huber – gab InfraServ Gendorf den Startschuss für sein neues „Startup-Launchpad“. Herzstück ist die 3.500 Quadratmeter große Fläche „Base ONE“, die speziell für Pilotanlagen junger Technologieunternehmen konzipiert wurde. Gas-, Wasser-, Dampf-, CO₂- und weitere Medienleitungen sind dort bereits verlegt und ermöglichen einen schnellen Produktionsstart. Ergänzt wird das Startup-Angebot durch ein zweistöckiges, voll ausgestattetes Gebäude, in dem auf 300 Quadratmetern Büros, Kollaboration- und Meeting-Zonen sowie Sozialbereiche zur Verfügung stehen werden.

Gendorf als Booster für die bayerische Industrie

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte die Bedeutung der neuen strategischen Ausrichtung des Chemieparks für Bayern und der jüngsten Startup-Ansiedlungen: „Wir wollen jungen Deeptech-Unternehmen den Weg in die industrielle Produktion ebnen. Gendorf ist ein wichtiger Innovationsstandort. Lage, Infrastruktur und Netzwerk sind hier ideal für den Erfolg von Start- und Scale-ups. Die neue Ansiedlungsinitiative bringt echte Zukunftsperspektiven ins bayerische Chemiedreieck.“

Christoph von Reden, Vorsitzender der Geschäftsleitung von InfraServ Gendorf, betonte die Vorteile des Chemieparks: „In Gendorf bringen wir die hochinnovativen Technologien der Gründerszene mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der industriellen Produktion zusammen. Mit unserer Expertise aus der Chemie- und Prozessindustrie und speziell zugeschnittenen Industrieservices versetzen wir Startups in die Lage, ihre Produktion schnell in industriellem Maßstab aufzubauen. Wer den richtigen Standort für diesen Schritt sucht – wir sind bereit.“

Mit rund 1.000 Mitarbeitern kann InfraServ Gendorf industriellen Startups über 250 Leistungen zur Verfügung stellen, die das gesamte Spektrum der Prozess- und Chemieindustrie abdecken: von der Unterstützung bei behördlichen Genehmigungsverfahren über technische Leistungen im Anlagenbau, Instandhaltung, Ver- und Entsorgung bis zu Logistik- und Sicherheitslösungen. „Mit diesem Plug-and-play-Angebot ist Gendorf für uns der ideale Standort“, sagt Dr. Ksenija Neumann, Geschäftsführerin und Co-Gründerin tozero. „Wir können uns vollständig auf unsere Technologie konzentrieren, während InfraServ Gendorf uns bei Genehmigungen, Infrastruktur und operativen Fragen unterstützt. Gerade in dieser kritischen Phase der Skalierung ist diese Erfahrung im industriellen Anlagenbau für uns entscheidend.“ 

Bayerisches Startup CAPHENIA nächster Ansiedlungskandidat 

Mit dem Deeptech-Unternehmen CAPHENIA präsentierte sich auf der Veranstaltung zudem ein weiterer vielversprechender Ansiedlungsinteressent. CAPHENIA entwickelte eine neue Technologie für die Herstellung von Synthesegas (Syngas) für die erneuerbare Kraftstoffproduktion. Aus erneuerbarem Strom, Biomethan und CO2, setzt das Startup Standards zur hocheffzienten und nachhaltigen Kraftstoffversorgung der Luftfahrt und Schwerlastindustrien. Nach der Fertigstellung der Pilotanlage im Industriepark Höchst suchte CAPHENIA den Standort für die erste vollintegrierte Produktionsanlage für Sustainable Aviation Fuels (SAF). Durch das Projekt „BAYSAF“ kristallisierte sich GENDORF als geeigneter Standort heraus. Geschäftsführer und Gründer Dr. Mark Misselhorn betonte: „Wir haben Standorte in ganz Bayern analysiert und im Rahmen einer Vormachbarkeitsstudie geprüft, welcher sich am besten für unsere erste kommerzielle Anlage eignet. Dabei konnte sich InfraServ Gendorf mit dem Chemiepark GENDORF gegenüber 17 weiteren Standorten durchsetzen. Ausschlaggebend waren insbesondere die strategische Ausrichtung auf nachhaltige und innovative Lösungen sowie die vorhandene Erfahrung im Umgang mit Deeptech-Startups.“

Weitere Informationen über das „Home of Bavarian Deeptech“ finden Sie unter deeptech-bavaria.com
Weitere Informationen zur Transformation des Chemiepark GENDORF finden Sie unter gendorf.de/Investoren/DeeptechBavaria

 

Vor über 90 geladenen Gästen aus Politik, Industrie, Startups und Verbänden wurde das „Home of Bavarian Deeptech“ im Chemiepark GENDORF eröffnet. Foto: Tom Bauer.

Die 3.500 Quadratmeter große Ansiedlungsfläche „Base ONE“ wurde speziell für Pilotanlagen junger Technologieunternehmen konzipiert. Foto: Tom Bauer.

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Tilo Rosenberger-Süß
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