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02.11.2026

Notfallgroßübung im Chemiepark GENDORF: Einsatzkräfte trainieren den Ernstfall unter realistischen Bedingungen

Ein Leck in einer gasführenden Leitung, austretende Stoffe sowie mehrere brennende Fahrzeuge: Mit einem anspruchsvollen Szenario hat der Chemiepark GENDORF seine diesjährige Notfallgroßübung durchgeführt. Ziel war es, das Zusammenspiel aller beteiligten Einsatzkräfte unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren und die Abläufe für den Ernstfall weiter zu optimieren.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Emmerting löschten im Rahmen der Großübung brennende Fahrzeuge. Foto: Heiner Heine. 

Vergangene Woche heulten die Sirenen im Chemiepark GENDORF, allerdings nur im Rahmen einer Notfallgroßübung unter realen Bedingungen. Ausgangspunkt des Übungsszenarios war eine angenommene Undichtigkeit an einer Versorgungspipeline eines Standortunternehmens. Im Szenario trat Vinylchlorid aus und bildete eine simulierte Stoffwolke, die sich in Richtung eines stark frequentierten Gebiets im Chemiepark ausbreitete. Zusätzlich wurde angenommen, dass sich das austretende Gas an heißen Fahrzeugteilen entzündete und dadurch drei Pkw in Brand gerieten.

Viele Verletzte, mehrere Einsatzstellen 
Das komplexe Szenario forderte die rund 130 Einsatzkräfte vor Ort. Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag dieses Mal auf der gleichzeitigen Versorgung zahlreicher Verletzter, einem sogenannten „Massenanfall von Notfallpatienten“, wie eine solche Lage im Rettungswesen bezeichnet wird: Im Übungsszenario mussten rund 20 teils schwer verletzte Personen versorgt werden. Parallel dazu waren die Einsatzkräfte an zwei weiteren Einsatzstellen gefordert. Entsprechend anspruchsvoll war es, die verschiedenen Einsatzmaßnahmen gleichzeitig zu koordinieren. Erschwert wurde die Zusammenarbeit zusätzlich durch die eingeschränkten Sichtverhältnisse: Aufgrund des frühen Sonnenuntergangs im Oktober fand die Übung bereits bei Dunkelheit statt.

Zusammenarbeit mit regionalen Einsatzorganisationen
Wenn bei einem außergewöhnlichen Ereignis viele unterschiedliche Einsatzorganisationen zusammenkommen, müssen Abläufe, Kommunikation und Verantwortlichkeiten ineinandergreifen. Genau dieses Zusammenspiel stand bei der Übung im Mittelpunkt. Neben der Werkfeuerwehr von InfraServ Gendorf und dem Notfallmanagement des Chemieparks waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Burgkirchen und Emmerting sowie des Bayerischen Roten Kreuzes beteiligt. „Klare Verantwortlichkeiten, belastbare Entscheidungswege und ein gemeinsames Verständnis der jeweiligen Situation sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass wir auch bei außergewöhnlichen Ereignissen handlungsfähig bleiben“, sagt Alfred Kronwitter, Leiter der Werkfeuerwehr von InfraServ GENDORF. „Genau deshalb sind solche Übungen so wichtig: Sie helfen uns, die Zusammenarbeit immer wieder zu erproben und unsere hohe Sicherheitskultur am Standort zu sichern.“
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Tilo Rosenberger-Süß
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