Inbetriebnahme der neuen Schaltzentrale: Das „Hirn“ des Kraftwerks steuert die Strom- und Wasserversorgung
14.06.2017

Wenn die Gasturbine das Herz des Kraftwerks ist, dann ist die Messwarte das Hirn: Nach einem kompletten Gebäudeneubau für die neue Messwarte konnte diese nun in Betrieb genommen werden. Die Umstellung erfolgte dabei im laufenden Betrieb.

Die neue Messwarte des Kraftwerks ist nicht nur optisch ein „Schmuckstück“, sondern auch mit modernster Steuer- und Regelungstechnik ausgestattet. Von den zentralen Leitständen haben die Anlagenfahrer alles im Blick.
In der neuen Schaltzentrale mit modernster IT-Infrastruktur laufen die gesamte Steuerung des Kraftwerks sowie sämtliche relevanten anlagen- und verfahrenstechnische Informationen und Messdaten zusammen. Von hier aus haben die Mitarbeiter das komplette Prozessleitsystem des Kraftwerks immer im Blick. An den ergonomisch ausgestatteten Leitständen steuern sie mit einem Mausklick den gesamten Betrieb des Kraftwerks – und das rund um die Uhr, denn die Messwarte ist permanent besetzt. Zusätzlich wird von hier aus auch die Koordination der Wasserentnahme aus der Alz gesteuert, ein zentrales Labor dient zur regelmäßigen Kontrolle von Wasserwerten.

Übernahme im laufenden Betrieb
Die neue Messwarte ist mit modernster Steuer- und Regelungstechnik ausgestattet. Dafür haben die einzelnen Geschäftsbereiche der InfraServ Gendorf Hand in Hand gearbeitet: Das Bauprojektmanagement wurde intern ausgeführt. Engineering und InfraServ Gendorf Technik setzten zusammen die Planung und Installation der Prozessleittechnik um. Die Experten der Ver- und Entsorgung sorgten dafür, dass über die neue Messwarte das Kraftwerk und die Wasserentnahme optimal gesteuert werden. Die Übernahme der Kontrolle von der alten zur neuen Steuerungszentrale geschah im laufenden Betrieb, um die laufende Produktion im Chemiepark GENDORF nicht zu beeinträchtigen. Daher blieb dafür nur ein enges Zeitfenster: „Alle Abläufe mussten dazu perfekt ineinander übergreifen. Wir sind parallel umgezogen und haben die Anlagenfahrer in den neuen Prozessen geschult, während gleichzeitig die Technik verbaut und getestet wurde“, erläutert Christoph Asenkerschbaumer, der als Projektleiter der Ver- und Entsorgung für den Neubau der Messwarte zuständig war.

Modernste Standards
Auch bei der Ausstattung wurden die Beschäftigten mit einbezogen und konnten so Anregungen und Ideen für ihren neuen Arbeitsplatz einbringen. Neben den baulichen Verbesserungen wie mehr Platz, mehr Licht und modernen Sozialräumen profitieren auch abteilungsfremde Mitarbeiter, die im Kraftwerk tätig sind: die Anmeldung in der Messwarte befindet sich im Gegensatz zu vorher nun außerhalb der Anlagen, was noch einmal für ein Stück mehr Sicherheit sorgt. Eine kontinuierliche Überwachung ist unerlässlich, da das Hochdruckdampfrohrleitungsnetz, das im Kraftwerk den Dampf zur Stromerzeugung vom Abhitzekessel zur Dampfturbine und anschließend als Heiz- und Prozessdampf für die Produktionsbetriebe im  Chemiepark zur Verfügung gestellt wird unter extremer Belastung, steht: „Das Material, aus dem die Rohre bestehen, ist hochtemperaturfest, um dem hohen Druck und Temperaturen um die 500°C standzuhalten“, erläutert Albert Schauer, Leiter des Kraftwerks.

Wasserversorgung aus der Alz

Zugleich wird in die neue Messwarte nun auch die Steuerung der Wasserentnahme aus der Alz integriert. Diese Wassermengen werden zu Kühlzwecken entnommen. Ebenfalls neu gebaute Ausleitbauwerke sorgen für ausreichende Rückhalte- und Überprüfmöglichkeiten, um eine saubere Qualität des Wassers garantieren zu können.

„Mit dem Neubau der Messwarte hat das Kraftwerk ein modernes Aushängeschild bekommen, das alle Anforderungen an ein innovatives Arbeitsumfeld erfüllt. So kann der Chemiepark GENDORF auch in Zukunft nachhaltig mit Energie und Medien versorgt werden“, betont Karsten Groß, Leiter des Geschäftsbereichs Ver- und Entsorgung.

Den Film zum Bau der neuen Messwarte finden Sie hier: www.infraserv.gendorf.de/kraftwerk
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